Rehabilitation von Hexen

Rehabilitation von Hexen

Beitragvon Fearrac » Di 21. Feb 2012, 16:02

Die Stadt Köln hat sich nach 400 Jahren dazu entschlossen die Opfer der
damaligen Hexenprozesse zu rehabilitieren. Hier der Artikel dazu bei
Spiegel online:

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0 ... 65,00.html

Initiiert wurde das ganze von der Kirche, wohl ein weiterer hilfloser
Versuch sich in Zeiten zahlloser Kirchenskandale wenigstens von einer
Sache nachträglich die Hände rein zu waschen...

Köln verurteilt Hexenprozesse
Fast 40 Menschen wurden vor rund 400 Jahren in Köln als vermeintliche Hexen hingerichtet, ein achtjähriges Mädchen wurde verbannt. Nun hat ein Ausschuss des Stadtrats eine schärfere Distanzierung von den Untaten der Vergangenheit beschlossen.

Köln - Ein Ausschuss des Kölner Stadtrats hat die Hexenprozesse der Stadt verurteilt. Der Ausschuss regte einstimmig eine "offizielle Erklärung" des gesamten Stadtrats an, in der sich dieser vom Unrecht der Hexenverfolgung distanzieren solle. Der evangelische Pfarrer Hartmut Hegeler hatte zuvor die Rehabilitierung aller in Köln als Hexen hingerichteten Menschen beantragt (mehr zum Thema die Stadt Köln habe schon sehr viel, aber noch nicht alles getan, um die als Hexen verleumdeten Frauen zu rehabilitieren. Der Ausschuss bat auch das Erzbistum Köln, sich von dem begangenen Unrecht zu distanzieren.
"Ich bin glücklich, ich bin richtig froh", sagte Hegeler. Es gehe ihm nicht um eine juristische, sondern um eine sozialethische Rehabilitierung. "Es ist unsere moralische Pflicht, dass wir für das Schicksal von Menschen eintreten, die unschuldig verfolgt wurden." In Deutschland hätten bisher schon 13 Kommunen die Opfer der Hexenprozesse rehabilitiert.

Opfer der Hexenverfolgung: Im Namen des Praetorius

Zu den Kölner Opfern gehört auch die Postmeisterin Katharina Henot (circa 1570-1627). Ihre Stimme sei 1627 erstickt worden, als man sie vor den Toren Kölns erdrosselt habe, sagte Hegeler vor dem Ausschuss. "Man hat versucht, sie für immer zum Schweigen zu bringen, aber das ist nicht gelungen. Bis heute redet man von ihrem Schicksal in dieser Stadt."
Der Prozess gegen Henot sei selbst nach den damaligen Maßstäben ein Justizmord gewesen, da sie sich auch unter schwerster Folter nicht schuldig bekannt habe, sagte Hanns Joachim Hirtz, ein Nachfahre Henots. Nach den damaligen Gesetzen konnte man nur für eine Tat verurteilt werden, die man selbst zugegeben hatte. Um das zu erreichen, wurde die Folter angewandt.
Insgesamt wurden in Köln 38 Todesurteile wegen Hexerei vollstreckt. Zu den Opfern gehörten nicht nur Frauen, sondern auch drei Männer und ein Junge. Ein achtjähriges Mädchen, das ebenfalls eine Hexe sein sollte, wurde aus der Stadt verbannt.

hut/dpa
Fearrac
 

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