ÜBERGANGSRITUALE

Re: ÜBERGANGSRITUALE

Beitragvon Berkana » Do 21. Okt 2010, 07:30

Diese Rituale finde ich sehr wichtig.
Einige habensich auch selbst welche gemacht.
Für mich gehört das Pirsen dazu, auch wenn es sich seltsam anhört.
Berkana
 
Beiträge: 35
Registriert: Do 21. Okt 2010, 05:50
Wohnort: Siegerland

Re: ÜBERGANGSRITUALE

Beitragvon Fearrac » Fr 26. Nov 2010, 17:20

Seit vielen Jahren führen wir verschiedene Übergangsrituale durch. Wir haben sehr gute Erfahrungen gemacht.
Wie geht es Euch ? Was für Erlebnisse hattet Ihr ? Was war besonders?
Alle guten Segenswünsche begleiten Euch ...
Fearrac
Fearrac
 

Re: ÜBERGANGSRITUALE

Beitragvon Trobbit » Sa 27. Nov 2010, 10:26

Bisher habe ich leider kein Übergangsritual mitgemacht, und auch nicht als...ähm...Person um die es in dem Moment ging...jedoch frage ich mich, ob man jene Übergangsrituale "nachholen" könnte beziehungsweise ob es da etwas in Verbindung gibt, mit dem man altes aufbereiten kann was man damals nicht verarbeitet hat.

Alles Gute euch...

Aaches Gwydd
Trobbit
 
Beiträge: 13
Registriert: Di 28. Sep 2010, 11:23
Wohnort: Koblenz

Re: ÜBERGANGSRITUALE

Beitragvon Hrodgar » So 2. Jan 2011, 19:15

In Unserer Gemeinschaft haben wir bislang eine Jugendleite gehabt (meine älteste Tochter). Außerdem habe ich bei einer Zwei-Familien-Kindesannahme die Ehre gehabt, als Ritualleiter die Gestaltung und Durchführung im aufgetragen zu bekommen.
Außerhalb des germanischen Heidentums habe ich eine Eheschließung als bürgerliche Eidesleistung und eine bürgerliche Kindschaftsfeier durchführen dürfen.

Meine Erfahrungen:

1) Die Jugenleite erfordert einen langen Weg der Vorbereitung, zu dem wir uns rech lange Gedanken gemacht haben, was in dieser Zeit alles behandelt sein sollte. Das muß auch sehr sorgfältig auf den jungen Menschen abgestimmt sein.
Der Effekt war umwerfend: Seit diesem Ritual haben wir eine Tragende Säule mehr in unserer Gemeinschaft, sozusagen ein echtes Bindeglied zwischen der Elterngeneration und der Gruppe der Kinder: Sie organisiert bei Festen den Beitrag der Kinder, steht als Ansprechperson zur verfügung, achtet, daß beim Spielen niemand zu Schaden kommt.

2) Kindesannahme: Eine gute Vorbereitung inklusive intensiven Gesprächen mit den Familien, kennenlernen der Glaubensvorstellungen und ein gemeinsames Verständnis vom Inhalt und Wesen einer solchen heiligen Feier schaffen.
Die Durchführung ist Übungssache. Es war eine wundervolle Feier und selbst christliche Anverwandte haben sich mit Respekt und Verneigung bedankt für die Tiefe und den Halt, die dieses Ritual gegeben hat.

3) Bürgerliche Feiern:
Rituale sind nicht mur im religiösen Kontext machbar. Ich habe das zweimal im bürgerlichen Kontext vollzogen, also in einem mit Symbolik untermauertem Eid.
Aus meiner Glaubenssicht ist das ohnehin nicht trennbar. Einzig, die Götter als Zeugen und Donar als Eidesschützer anzurufen, ließ ich aus. Aber letztenendes sind es Menschen, die in solchen Ritualen einander die Treue und Verbundenheit schwören und deren Ehre ist das Pfand, ihr Nachruf das Siegel.
Auch hier waren die Feiern sehr sehr schön und ich durfte mich des Dankes erfreuen.

Was ich gerne allen mitgebe, die solche Feiern planen: Seid gewappnet, wenn Ihr gefragt werdet. auch durch dir Blume.
Ich wurde versteckt in einem Sumbelspruch hinterfragt, ob "dies einen rassistischen Zusammenhang" hat.
Alleine, daß ich mich dieses Gastes auf dem Gastmahl angenommen habe und ihm gedankt, daß er sein Bauchgefühl ausgesprochen hat, hat meterdicke Mauern schmelzen lassen wie Eis im Schmiedefeuer. Und den Rest klärte das Gespräch selbst.

Fazit:
Übergangsrituale sind wichtig. Sie sind wertvoll.
Die Durchführung sollte sorgfältig geplant sein. Aber das setze ich bei Heiden eh voraus.

Lieber Gruß
Hrodgar
Hrodgar
 
Beiträge: 10
Registriert: Sa 1. Jan 2011, 18:58
Wohnort: Hofheim/Ts

Re: ÜBERGANGSRITUALE

Beitragvon Berkana » So 2. Jan 2011, 19:41

Das mit dem Eid sollte wirklich gut überlegt sein.
Für mich lehne ich es ab.Ein Leben ist aus meiner Sicht länger als diese Verkörperung.Das kann dann mal ganz lästig werden.
Berkana
 
Beiträge: 35
Registriert: Do 21. Okt 2010, 05:50
Wohnort: Siegerland

Re: ÜBERGANGSRITUALE

Beitragvon Hrodgar » So 2. Jan 2011, 19:48

Berkana hat geschrieben:Das mit dem Eid sollte wirklich gut überlegt sein.
Für mich lehne ich es ab.Ein Leben ist aus meiner Sicht länger als diese Verkörperung.Das kann dann mal ganz lästig werden.


Ja, das ist eine Einrede.
Ich formuliere das mit den Eidesleistenden immer zusammen. Und weil ich schon viel erlebt habe, ist meine Standardformulierung: Bis ich daraus entlassen werden oder der Tod mich davon trennt.

Ich weiß nicht, ob es weitere Inkarnationen geben wird. wer kann das schon sagen. Aber wenn es so ist, möchte ich nicht aus der jetzigen einen Eid im Gepäck haben.

Nochwas: auch aus meiner persönlichen Lebensgeschichte.
In der Schlußformel heißt es mit Bedacht:
"Gabe um Gabe
Treue um Treue
Heil um Heil
so soll es sein!"

Wenn also ein anderer mir einen gegenseitigen Eid bricht, dann war es das. Dann gibt es keine Bindung mehr. (schlechte Idee)

Beantwortet das Deine Einrede?

Lieber Gruß
Hrodgar
Hrodgar
 
Beiträge: 10
Registriert: Sa 1. Jan 2011, 18:58
Wohnort: Hofheim/Ts

Re: ÜBERGANGSRITUALE

Beitragvon Berkana » Mo 3. Jan 2011, 04:07

Sieh dir das mit dem Tod noch mal an.Das ist das was ich meine.Wenn es also eine Reinkarnation gibt, gibt es den Tod eigentlich nicht.Du solltest es etwas anders auf dieses jetztige Leben beziehen.Wir leben gerade in einer Zeit, in der alte Schwüre gelöst werdenEs braucht keine neuen.Es ist auch so schwer genug.
Mit einer Hochzeitwilligen habe ich darüber gesprochen und sie fand die Idee, das Versprechen irgend wie jährlich zu wiederholen, ganz gut.Freunde von mir reicht es, Beltane gemeinsam über das Feuer zu springen.
Berkana
 
Beiträge: 35
Registriert: Do 21. Okt 2010, 05:50
Wohnort: Siegerland

Re: ÜBERGANGSRITUALE

Beitragvon Hrodgar » Mo 3. Jan 2011, 19:20

Ja, so kann man es sehen.

Ich bevorzuge aber diese Sicht: Die Eidesparteien sind sich einig, daß mit "Tod" das Ende dieser Inkarnation, oder wie man es auch immer ausdrücken mag, gemeint ist.

Und wenn ein Eid zwischen Menschen mit den Göttern als Zeugen geschlossen ist, so gilt das, worüber die Menschen sich einig sind.

Oder verkürze ich zu sehr?

Ich meine, es geht nicht darum, wie man etwas (auch) auslegen kann, sondern worüber Einigkeit besteht.

Lieber Gruß
Hrodgar
Hrodgar
 
Beiträge: 10
Registriert: Sa 1. Jan 2011, 18:58
Wohnort: Hofheim/Ts

Re: ÜBERGANGSRITUALE

Beitragvon Hrodgar » Mo 3. Jan 2011, 19:33

Berkana hat geschrieben:..... das Versprechen irgend wie jährlich zu wiederholen, ganz gut.....


Ich habe das so verstanden, daß das Versprechen dann nur für ein Jahr gilt. Eine Heidenfreundin von mir, mit der ich gerade Skype, sieht es eher als "Erinnerung und Erneuerung", nach dem Motto: Ich feiere einmal jährlich unsere Liebe.

Wie meintest Du das?

LG
Hrodgar
Hrodgar
 
Beiträge: 10
Registriert: Sa 1. Jan 2011, 18:58
Wohnort: Hofheim/Ts

Re: ÜBERGANGSRITUALE

Beitragvon Berkana » Mo 3. Jan 2011, 20:21

Es passiert das, was du formulierst.

Das wiederholen des Versprechens, gerade in einer Partnerschaft finde ich persönlich sehr gut.
bei meinen freunden sehe ich, wie sehr sie sich damit jedesmal auseinandersetzten.
das ist etwas anderes, als wie bis der Tod euch scheidet.(was sehr viele Leben gehen kann)
Berkana
 
Beiträge: 35
Registriert: Do 21. Okt 2010, 05:50
Wohnort: Siegerland

Nächste

Zurück zu Philosophie / Naturreligion

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron